RFID-Daten im Unternehmen nutzbar machen

29. März 2007 um 16:48 | boss | In Produkte / Hersteller, Technologie | Kommentieren

processRFID (Radio Frequency Identification), also die automatische Identifizierung, Lokalisierung, Erfassung und Speicherung von Daten von beweglichen Gegenständen ist eine stark expandierender Markt. Wie so häufig sind diese Daten aber bisher oftmals nur als Insellösung also nur über entsprechende Lesegeräte erreichbar. Damit wird nahezu automatisch der Nutzerkreis der Daten reduziert bzw. durch die Einfügung eines neuen Interface der Zugang deutlich erschwert. Das diese Daten aber in verschiedensten Abteilungen innerhalb eines Unternehmens (z.B. Vertrieb, Einkauf, Lager-/Materialwesen etc.) interessant wären, steht außer Zweifel.

Einen Weg zeigte nun IBM (Big Blue ,-) in Zusammenarbeit mit der Metro Group (so vermeldet es computerworld.ch). Allerdings ist das dann wieder nur eine herstellerspezifische Lösung nämlich basierend auf dem Produkt Websphere (Application-Server). Wenn man das Produkt im Einsatz hat, mag das eine Lösung sein. Der grundsätzliche Ansatz der Integration von verschiedenen Technologien in die Geschäftsprozesse ist zwar lobenswert aber nicht universell genug.

Viel interessanter ist natürlich der system- und plattformunabhängige Ansatz per SOA (Service Oriented Architecture) also auf Basis von Webservices oder dem Portlet Standard JSR 168. Diese Architekturen entsprechen vielmehr dem Ansatz der vollständigen Ausrichtung der IT-Architektur an den gewünschten und benötigten Geschäftsprozessen eines Unternehmens. Gemeint ist damit, dass Geschäftsvorfälle entlang der Transaktionswege von Informationen innerhalb eines Unternehmens friktioins- und medienbruchfrei und abteilungsübergreifend bearbeitet werden können. Dabei ist es selbstverständlich keinesfalls notwendig, dass diese Geschäftsvorfälle nur im Internet stattfinden müssen. Vielmehr spielen bei diesem Ansatz die Informationskanäle nur eine untergeordnete Rolle. Die digitale Abbildung von Prozessen innerhalb des Unternehmens steht hier im Vordergrund.

Vorsicht ist also geboten, selbst wenn man – wie hier bei IBM – herstellerseitig eine scheinbar sinnvolle Integration EINER Applikation (hier RFID) geboten bekommt. Aus Sicht der IT-Strategie (also mittel- und langfristig) ist auf jeden Fall auch die Prüfung des ganzheitlicheren Ansatzes auf Basis von SOA zu empfehlen. Im Zweifel hilft die Einführung einer Konsolidierungsschicht also einer herstellerunabhängigen und transaktionsorientierten Portalanwendung. Diese ermöglicht dann den Aufbau einer zukunftsorientierten und plattformübergreifenden IT-Infrastruktur, die schnell und einfach den sich ändernden Geschäftsprozesse angepasst werden kann.


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