Richtig bloggen für Unternehmen
30. Juni 2007 um 20:13 | little.john | In Web 2.0 and Stuff |
5 Kommentare
Kaum ein Tag vergeht, an dem einem nicht der Begriff “Corporate Blog” über den Weg läuft. Sei es im Geschäft, in Zeitungen oder aber über den Feedreader: Blogging scheint jetzt langsam aber sicher auch die Unternehmen erreicht zu haben und viele Marketing-Abteilungen entscheiden sich, dieses Medium zur Kommunikation zu nutzen.
Ein Corporate Blog zu betreiben ist aber nicht ganz ohne Risiken. Aus diesem Grund hat sich Jens Jacobsen, Geschäftsführer der Content Crew Gedanken zu diesem Thema gemacht.
Sie müssen bereit sein, die Zeit zu investieren, die Dinge gründlich zu prüfen, bevor Sie darüber schreiben. Sie haben als Unternehmen ja auch einen Ruf zu verlieren.
Nichts ist schlimmer, als über etwas Falsches zu schreiben, Unwahrheiten zu verbreiten oder unvorsichtig zu agieren (bestes Beispiel ist hier sicherlich das “Saftblog“ Anm. am 02.07. geändert wegen mangelhafter Recherche des Autors, der die Regeln selber nicht beachtet hat… Passiert nicht noch mal, versprochen).
gefunden auf contentmanager.de
Und, die wichtigste Regel für den Erfolg: missbrauchen Sie ein Blog nicht als reine Einstellmöglichkeit für Pressemitteilungen. Wenn diese gut und interessant sind, dürfen sie schon einmal ins Blog – aber den wesentlichen Teil des Inhalts (des “Content”, wie es so schön heißt), sollten Sie eigens für das Blog schreiben. Und zwar in dem Stil, der dafür angemessen ist.
Das Blog ist ein Marketinginstrument – keine Frage. Und Corporate Blogs können auch gerne einen direkten Bezug zum betreibenden Unternehmen haben. Allerdings honoriert es die “Blogosphäre” nicht, wenn man zu rosarot schreibt. Deshalb der Tip: das Blog sollte genutzt werden, um Kompetenz zu beweisen – unabhängig und losgelöst vom typischen “Marketing-Geschwätz”.
Und Corporate Blogger sollten einige wichtige Grundregeln beachten, die Jacobsen wie folgt zusammenfasst:
- Machen sie deutlich, dass jede Meinung Ihre persönliche ist, nicht die des Unternehmens.
- Veröffentlichen sie nie vertrauliche Informationen. Wenn Sie nicht sicher sind, ob eine Information vertraulich ist, fragen sie Ihren Vorgesetzten.
- Gehen sie respektvoll mit Kunden, Kollegen, Vorgesetzten und Wettbewerbern um.
- Schreiben sie sehr vorsichtig und möglichst sachlich über Wettbewerber. Sie sind nicht neutral, und das könnte die Glaubwürdigkeit des Bloggs beschädigen.
- Stellen sie stets sicher, dass das Bloggen keinen negativen Einfluss auf Ihre Arbeit hat.
- Leiten sie Presse-Anfragen an die Pressestelle/PR-Verantwortlichen des Unternehmens weiter.
- Gehen sie auf aktuelle Ereignisse ein, die Ihre Firma oder Ihre Branche unmittelbar betreffen. Gibt es ein Problem, das öffentlich bekannt ist, und erscheint darüber nichts im Blog, ist die Glaubwürdigkeit dahin.
5 Kommentare »
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“Nichts ist schlimmer, als über etwas Falsches zu schreiben, Unwahrheiten zu verbreiten oder unvorsichtig zu agieren (bestes Beispiel ist hier sicherlich das “Saftblog“).”
Etwas Falsches geschrieben? Die Unwahrheit verbreitet? Unvorsichtig agiert? Ich dachte, ich kenne unser Weblog. Das ausgerechnet das Saftblog als “bestes Beispiel” dafür dient, bleibt mir schleierhaft.
Kommentar von Jörg Holzmüller — 2. Juli 2007 #
Gab es da nicht mal was mit “Olympia” und einer kurzfristigen Schließung oder ähnlichem? Zumindest meine ich, mich an eine solche Geschichte zu erinnern. Wenn nicht, dann ändere ich das natürlich asap. Würde mich über eine kurzfristige Rückmeldung natürlich sehr freuen.
Kommentar von little.john — 2. Juli 2007 #
Im Dezember 2006 wurde wir, die Kelterei Walther, als Betreiber des Saftblog durch den DOSB abgemahnt. Dieser glaubte sich in seinen Rechten aufgrund des Olympiaschutzgesetzes durch unsere Berichterstattung verletzt zu sehen. Es wurde weder etwas Unwahres oder Falsches berichtet, noch wurde unvorsichtig agiert. Nach unserer Auffasung haben wir zu keinem Zeitpunkt die Rechte des DOSB verletzt. Dennoch haben wir uns mit den Anwälten des DOSB letztendlich auf eine geringere Abmahnsumme geeinigt, weil uns die Unwägbarkeiten eines Gerichtsverfahrens und die daraus resultierenden Kosten als zu groß erschienen. Bekanntlich ist man ja vor Gericht und auf hoher See allein in Gottes Hand.
Das Blog war zu keinem Zeitpunkt offline. Der Frust über die ungerechtfertigte Abmahnung lies uns jedoch darüber nachdenken, das Saftblog zu schließen. Das kann man alles hier nachlesen.
Kommentar von Jörg Holzmüller — 2. Juli 2007 #
Danke für die Aufklärung. Der Artikel wird entsprechend geändert. Für eventuelle Unannehmlichkeiten möchte ich mich natürlich vielmals entschuldigen…
Kommentar von little.john — 2. Juli 2007 #
Gern geschehen und vielen Dank. Was für Unannehmlichkeiten?
Nein, auf keinen Fall. Es ging mir nur darum, daß das Saftblog bislang ja eher als Vorzeigeblog, wenn ich das mal so nennen darf, in der deutschen Corporate Blogszene gehandelt wurde und dies gerade wegen der offenen, transparenten, authentischen und wahrheitsgemäßen Berichterstattung. Die “Affäre Olympia” machte ja gerade deshalb so große Wellen in der Bloggerszene und auch den Medien, weil hier wahrheitsgemäß und richtig berichtet wurde, der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) auch nicht angegriffen wurde und auch in keinster Weise ein Zusammenhang mit unseren Produkten entstanden ist. Und dennoch gab es eine 17-seitige Abmahnung seitens des DOSB. Wer ein wenig unter dem Stichwort “DOSB” googelt, wird auch ein halbes Jahr nach dem Vorfall feststellen, daß der Imageschaden nicht beim Saftblog und der Kelterei Walther lag und liegt, sondern beim DOSB. Diese Erfahrung seitens des DOSB mit Boggern und Medien hat wohl offensichtlich auch dazu geführt, daß die Abmahnpraxis des Sportbundes sich ein wenig geändert hat: jetz wird wohl erstmal im Vorfeld einer angeblichen Rechteverletzung geprüft, ob diese denn auch tatsächlich stattgefunden hat oder nicht einfach nur seitens der DOSB-Anwälte eine simple Datenbankabfrage mit den Suchbegriffen “Olympia” oder “Olympiade”, wie in unserem Fall, durchgeführt wurde.
Kommentar von Jörg Holzmüller — 3. Juli 2007 #