Bundestrojaner: CSI-BRD durch Remote Forensic

3. August 2007 um 14:31 | boss | In Allgemein | 4 Kommentare

trojaner.jpgWenn man den “Scope” des durch die Bundesregierung (oder ist es eher ein Hirngespinst von Herrn Schäuble!?) geplanten Projekts berücksichtigt, ist die aktuell in aller Öffentlichkeit geführte Diskussion um den “Bundestrojaner” schon bemerkenswert. Primär geht es um die Möglichkeit, zur Verbrechensprävention (insbesondere bei Terrorismusverdacht) durch das “Abhören/Ausspähen” des digitalen Kommunikationskanals/Computer. Dazu wurde bisher angenommen, dass die Behörden aktiv über das Internet Software auf relevanten Rechnern installieren wollte. Laut eines Chip-Artikels (Ausgabe 9/2007) soll das aber nur die Ausnahme sein. Aufgrund des zu gering eingeschätzten Erfolgs dieser Methode würden anderen Wege favorisiert. Vielmehr gehe es darum, sich direkt physikalischen Zugang zum Rechner zu verschaffen, vergleichbar mit der in der Spionage gekannten “Wanze”. Diese sollte durch Personen (V-Leute) im Umfeld der Verdächtigten eingeschmuggelt werden.

Wichtig schein uns der Ansatz und die Aussage von BKA-Chef Ziercke,

“Das BKA unternehme keinerlei Versuche, Hersteller von Sicherheitssoftware oder Betriebssystemen zu einer Zusammenarbeit zu bewegen. Aufgrund des hohen Aufwands liege die Zahl der Fälle, in denen ein RFS-Einsatz in Frage käme, derzeit im einstelligen Bereich, wird der BKA-Chef zitiert.”

Schöne neue Datenwelt.

via: Golem.de


4 Kommentare »

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  1. “…Aufgrund des hohen Aufwands liege die Zahl der Fälle, in denen ein RFS-Einsatz in Frage käme, derzeit im einstelligen Bereich, wird der BKA-Chef zitiert.”
    Im einstelligen Bereich? Na, wenn der Herr Ziercke heute schon so genau Bescheid weiß, wieviele potentielle Terroristen da in Frage kommen (kennt er die Handvoll Leute gar bereits persönlich?), scheinen die vorhandenen Mechanismen offensichtlich mehr als ausreichend für unsere Sicherheit zu sein.
    In jedem Fall stellt sich hier doch die Frage der Verhältnismäßigkeit: Sind für eine derartig geringe Menge an “Online-Durchsuchungen/Überwachungen” nicht auch die bereits vorhandenen Abhörtechniken ausreichend? Brauchen wir aufgrund einer derart geringen angenommenen Anzahl von Fällen tatsächlich eine derart massive Gesetzesänderung, welche immerhin potentiell die Freiheitsrechte aller Bundesbürger einschränkt? Ich denke nicht.

    Kommentar von netseeker — 3. August 2007 #

  2. @netseeker: ich denke ich spreche auch für die anderen Pimps wenn ich hier nur zustimmen kann. Das geht ja auch aus meiner sicher etwas flapsigen Formulierung in Richtung Herrn Schäuble hervor. Allerdings wird uns wohl nicht mehr als Ironie bleiben ;-)

    Kommentar von boss — 3. August 2007 #

  3. [...] Jörg Ziercke Medienberichten zufolge “Remote Forensic Software” als überraschende Lösung für das Problem präsentiert. Das BKA soll demzufolge nicht nur heimliche [...]

    Pingback von Mein-Parteibuch.com » BKA-Präsident Ziercke plant heimliche Wohnungseinbrüche — 4. August 2007 #

  4. Bundestrojaner doch nur ein Rootkit(?!)…

    Es scheint so, als ob die BKA-”Vordenker” langsam mal ansatzweise verstehen, dass die nicht einfach so übers Internet eine Software bei einem ganz bestimmten Menschen installieren können.
    Diverse Medien (einschließlich Blogs) berichten n…

    Trackback von blariog.net — 4. August 2007 #

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