Google Office AGB: (Leider) Unkalkulierbares Geschäftsgebaren

10. September 2007 um 09:51 | boss | In Produkte / Hersteller, Unternehmens-News | 2 Kommentare

docs_spreadsheets.gifWas sich aktuell bzw. in den vergangenen Tagen in Sachen Goolge AGB in Bezug auf die Produkte Docs + Spreadsheets abspielt ist leider aus unserer Erfahrung typisch. Spontane und unangekündigte Änderungen der AGB, unverständliche und undurchsichtige Haltungen des Unternehmens dazu sowie offenbar nur geringes Interesse an einer finalen Klarstellung begegnen uns dabei im Zusammenhang mit Google leider nicht zum ersten Mal. Konkret geht es aktuell um folgenden Passus der AGB:

Unter Punkt 11 steht: “Durch Übermittlung, Einstellung oder Darstellung der Inhalte gewähren Sie Google eine dauerhafte, unwiderrufliche, weltweite, kostenlose und nicht exklusive Lizenz zur Reproduktion, Anpassung, Modifikation, Übersetzung, Veröffentlichung, öffentlichen Wiedergabe oder öffentlichen Zugänglichmachung und Verbreitung der von Ihnen in oder durch die Services übermittelten, eingestellten oder dargestellten Inhalte.”

Wenn das die Realität wäre und nicht wie z.T. vermutet ein “gravierenden Übersetzungsfehler” würde das sicher das vorzeitig Aus für diesen Dienst bedeuten. Auch wenn man berücksichtigen muss, dass dieser wie auch viele andere Dienstleistungen von Google für den Privatuser kostenlos sind, ist neben dem eigentlichen Inhalt dieses Passus vor allen Dingen das Gebaren absolut indiskutabel. Nachträgliche Änderungen der AGB von diesem Ausmaß sind elementar und führen nach einfachem Rechtsempfinden (wir sind selbstverständlich keine Juristen) – ja wozu eigentlich? Dazu, dass man den Dienst einfach nicht mehr nutzt? Diese Konsequenz wäre nur verständlich, aber sie würde den User nicht davor schützen, dass bereits in gutem Glauben eingestellte Inhalte durch Google in der o.g. Weise genutzt werden könnten und das ist es, was nicht “rechtmäßig” sein kann. Und was tut Google?

Ein lapidares Statement: “Google beansprucht keinerlei Eigentumsrechte oder Kontrolle an den mit Google Text & Tabellen erstellten Inhalten.”

Das soll reichen?

via: Golem.de Und wie schon eingangs angedeutet, ist diese Vorgehensweise kennen wir leider nicht nur im Bereich der privaten und kostenfreien Dienste. Auch bei kommerziellen Produkten werden ohne weitere Benachrichtigungen oder Vorankündigungen Rahmenbedingungen, Formulare und Bedingungen geändert. Das alleine ist schon im täglichen Arbeiten nur schwer zu verkraften. Hinzu kommt dann aber noch – wie anscheinend auch in diesem Fall – dass Deutschland als lokale “Tochter” nicht handlungsfähig scheint. Der klar und deutlich von Amerika gesteuerte Riese berücksichtigt die Anforderungen und Eigenheiten des lokalen Markts Europa (und insbesondere Deutschland) nur völlig unzureichend. Notwendige Anpassungen durch die deutschen Vertreter laufen auf endlose, nicht dokumentierte und z.T. völlig undurchsichtige “Google-interne” Prozesse hinaus. Darunter leidet natürlich die operative Arbeit und die Verläßlichkeit für langfristige und nachhaltige Geschäftsbeziehungen mit deutschen Kunden und Google Produkten. Etwas woran Google bei ersthafter Bewertung des deutschen Markts dringend arbeiten muss.


2 Kommentare »

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  1. [...] Google Office AGB: (Leider) Unkalkulierbares Geschäftsgebaren [...]

    Pingback von Nur mein Standpunkt » Überrascht uns das denn wirklich? — 10. September 2007 #

  2. Naja, bekanntermaßen gehört google schon seit längerem nicht mehr zu den Guten. Ich jedenfalls vertraue denen meine Daten nicht an. Leider ist deren Suchmaschine weiterhin unerreicht – oder hat jemand eine gute Alternative?

    Kommentar von hanneken — 11. September 2007 #

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