Semantic Web – und jetzt?

19. November 2007 um 13:06 | little.john | In Technologie, Web 2.0 and Stuff | 6 Kommentare

Der Vogel Verlag hat vor einiger Zeit ein nettes Projekt gestartet: das Werbeorakel. Das Werbeorakel gibt Antworten auf die Zukunft von Marketing und Kommunikation und funktioniert überraschend gut ;-)

Was ich aber eigentlich schreiben wollte: das Werbeorakel hat sich mal dem Thema “Semantic Web” angenommen und die grundlegenden Fragen beantwortet.

So antwortet das Orakel:

Was ist unter Semantic Web zu verstehen?

Häufig bezeichnet man das semantische Web auch als Web 3.0. Tim Berners-Lee definiert das Semantic Web als eine Erweiterung des bestehenden World Wide Web (WWW). Im Semantic Web erhalten alle Daten zusätzlich eine weiterführende Bedeutung: Alle Informationen des Web werden mit Metadaten versehen. So werden auch Maschinen in die Lage versetzt, den Informationen einen Bedeutungsgehalt zuzuordnen. Bei “Bank” könnte in den Metadaten einmal “Kreditinstitut”, im anderen Fall “Sitzmöbel” hinterlegt sein. Und das Semantic Web ist auch in der Lage, Fragen zu erkennen. Ergebnis könnte ein neues, übersichtlicheres Internet sein, in dem Suchmaschinen deutlich bessere Ergebnisse liefern und einige kostspielige Web-Services-Installationen überflüssig werden könnten.

Auch wenn dies nur die Einstiegsfrage ist, so beinhaltet sie doch eigentlich schon die grundlegenden Informationen und Paradigmen des Semantic Web. So wird in Zukunft (die nicht mal in so weiter Ferne liegt) die Intelligenz von Applikationen und deren Fähigkeit, inhaltliche Zusammenhänge zu erkennen im Vordergrund stehen. Es wird also eine Entwicklung weg vom “Suchen” hin zum “Finden” gehen. Auch wenn das trivial klingt, so steckt da doch noch eine Menge hinter.

Weitere interessante Antworten auf Fragen rund um das Thema Semantic Web beim media-Treff vom Vogel Verlag


Vorsicht vor “Tell a friend”

18. November 2007 um 19:06 | little.john | In eCommerce | Kommentieren

Die “Tell a friend”- oder “Empfehlen”-Funktion ist auf vielen, vielen Webseiten mittlerweile eine Standardfunktionalität (genauso wie die Druckvorschau). Im Gegensatz zum “Drucken” ist aber “Tell a friend” eine durchaus kritische Funktion.

Warum? Das erklärt die IT-Recht Kanzlei München in einem Newsletter:

Auch wenn die Weiterempfehlung bei derartigen Funktionen durch den Kunden bzw. den Nutzer einer Website (also durch Dritte) und nicht durch den Unternehmer selbst erfolgt, haften die Betreiber der Plattformen oft für entstandenen Schaden.

Was bedeutet das jetzt im Einzelnen? Viele Betreiber von Webseiten gehen scheinbar davon aus, dass sie für die durch den User versendete Mail mit der Webseiten-URL, also im weitesten Sinne eine Werbebotschaft, nicht verantwortlich zu sein.

Dem ist aber scheinbar nicht so:

Es kann heute keinem mehr geraten werden, sich Produkt- oder auch nur Newsletterweiterempfehlungen via E-Mail-Versand durch Dritte zu bedienen. Zu uneinheitlich ist hier die Rechtsprechung und dementsprechend groß ist auch angesichts des sogenannten ´fliegenden Gerichtsstands´ die Abmahngefahr. Wir rechnen hier jedoch in nächster Zeit mit einem abschließenden Urteil des BGH.”

So wird der Anwalt Max-Lion Keller von der IT-Recht Kanzlei München in einer Presemeldung zitiert.

Und wo liegt das Problem? Das zeigt die aktuelle Rechtssprechun, die mehr als widersprüchlich ist.

So kommt das Landgericht Frankfurt am Main zu dem Schluss (Urteil vom 05. 11. 2004, Az: 3/12 O 106/04), dass Händler zumindest dann nicht zur Verantwortung gezogen werden könnten, wenn der Internet-Nutzer nicht völlig wahllos bzw. willkürlich von der Weiterempfehlungsfunktion Gebrauch machen würde. Das OLG München entschied hingegen (Az. 8 U 4223/03, Urteil v. 12.02.2004), dass ein Händler bzw. Betreiber der beschriebenen E-Mail-Weiterempfehlungsfunktion durchaus auch verschuldensunabhängig in die Haftung genommen werden kann. “Es kommt daher nicht darauf an, ob der Händler damit rechnen musste (und unter Umständen fahrlässig verkannt hat), dass Dritte mit ´nachgerade krimineller Energie´ einen Newsletter für einen Dritten bestellen”, so das OLG München in der Urteilsbegründung. Weitere Urteile durch das KG Berlin, das LG Nürnberg oder der OLG Nürnberg lassen ebenfalls keine einheitliche Rechtsprechung in dieser Problematik erkennen.

Auch wenn diese Urteile schon einige Jahre alt sind, hat sich noch nichts endgültig entschieden – und so lange bleibt diese gewisse Unsicherheit bei der Verwendung dieser Funktionalität.

via pressetext


Google Translate mit neuen Funktionen

16. November 2007 um 17:58 | little.john | In Produkte / Hersteller, Search, Unternehmens-News, Web 2.0 and Stuff | Kommentieren

googletranslate1.jpgAutomatische Ãœbersetzungen im Internet sind gefährlich – und meistens schlecht. Das war damals der Babelfisch und das ist heute Google Translate.

Das liegt daran, dass den Ãœbersetzungssystemen einfach eine gewisse Intelligenz fehlt, die es ihnen erlaubt, die Bedeutung eines Wortes auch im Zusammenhang zu setzen. Denn nicht immer (oder eigentlich selten) hat ein Wort nur eine eindeutige Bedeutung.

Nichts desto trotz hat Google das Translate-Projekt weiter getrieben – natürlich nicht ohne Eigennutz. Jetzt soll es möglich sein, die Translate-Funktion über ein JavaScript in eine Webseite zu integrieren, die dann auf Knopfdruck eine Ãœbersetzung startet. Liegt das Material in Englisch vor, sind immerhin 13 Ãœbersetzungssprachen verfügbar (bei deutsch übrigens nur englisch und französisch).

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Aktives Wissensmanagement wichtiger als je zuvor

16. November 2007 um 17:28 | little.john | In Technologie, Web 2.0 and Stuff | Kommentieren

Der BITKOM hat einen Trendreport zum Thema “Wissensmanagement 2007 bis 2011″ veröffentlicht, der kostenlos auf der BITKOM-Seite heruntergeladen werden kann. Darin steht an sich nichts Neues, aber durchaus interessantes.

So wird festgehalten, dass das Durchschnittsalter in Unternehmen immer weiter ansteigt (nichts Neues), was zum Einen an der Demographie (nichts Neues) und am akuten Fachkräftemangel liegt (auch nichts Neues).

Jetzt kommt aber das Interessante: Wissenstransfer findet in Unternehmen häufig erst dann statt, wenn ein Mitarbeiter das Unternehmen verlässt und sein Know-how dann weitergeben soll und muss. Das ist zwar schon schön und gut, reicht aber nicht. Wichtig ist ein permanenter Wissenstransfer – direkt und indirekt, aktiv und passiv.

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ZDF will auch mit Verlagen kooperieren

16. November 2007 um 10:43 | little.john | In Unternehmens-News, Web 2.0 and Stuff | Kommentieren

Was die ARD kann, können wir schon lange – so oder so ähnlich scheint ZDF-Intendant Markus Schäter gedacht haben. Die ARD hatte vor einiger Zeit ein Angebot an Medienunternehmen gemacht, dass diese ARD-Content auf ihren Webseiten weiterverwenden können. Nun zieht das ZDF mit einer entsprechenden Offerte nach:

Angesichts des rasanten Wachstums von Suchmaschinen wie Google, die eine Kontrolle über alle Netzinhalte anstrebten, müssten Qualitätsmedien miteinander kooperieren, sagte Schächter auf dem Kongress des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) am Donnerstag in Berlin. Das ZDF sei bereit, für die Internet-Auftritte der Zeitschriften bewegte Bilder zur Verfügung zu stellen. Es gebe darüber schon Gespräche mit einigen Verlagshäusern, urheberrechtliche Fragen müssten aber noch geklärt werden.

Also eigentlich genau das, was die ARD den Verlagen auch angeboten hat.

Und wie bei der ARD stösst auch das ZDF auf eine gewisse Skepsis:

VDZ-Präsident Hubert Burda äußerte Kritik an den aus den Rundfunkgebühren finanzierten Online-Auftritten von ARD und ZDF. Es gebe dort ein ausuferndes Service-Angebot. Als Beispiel nannte er Gartentipps und Rezepte bei ZDF.de. Er frage sich, ob solche Angebote zu den eigentlichen Aufgaben des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gehörten. Auch eine Ãœbernahme von Fernsehbildern der Öffentlich-Rechtlichen sehe er “mit großer Skepsis”.

Weiterhin ein durchaus spannendes Thema – auf der einen Seite die durch Gebühren finanzierten Content-Produzenten ARD und ZDF, auf der anderen Seite die privatwirtschaftlichen Verlage. Wie schon geschrieben, ist das Wichtigste eigentlich, dass die Inhalte, die von den öffentlich-rechtlichen Anstalten kommen, meinungsfrei bleiben und dass die Souveränität der Verlage unangetastet bleibt.

via w&V


Off-Topic: Kalkofe über das deutsche Fernsehen

15. November 2007 um 16:40 | little.john | In Off-Topic | 4 Kommentare

Hat mal wieder nichts mit dem eigentlich Topic zu tun, da wir alle aber irgendwie TV-Konsumenten sind (der eine mehr, der andere weniger), geht es uns ja doch an.

Zuletzt waren in München die Medientage und der (von mir überaus geschätzte) Komiker (Comedian, Kabarettist, Zyniker) Oliver Kalkofe hat mal seine Meinung zum deutschen Fernsehen losgelassen – durchaus mit einigen Wahrheiten – wie aber nicht anders zu erwarten, wieder extrem überspitzt.

Ãœber das Programm im Allgemeinen: “gesendetes Vakuum”, “gemordete Lebenszeit”oder “Programmersatzstoffe”

Ãœber Moderatoren und Schauspieler: “schlecht ausgebildete Schnürsenkelverkäufer” oder “talentresistente Laiendarsteller”

Ãœber Sendereigenproduktionen: “Geschichten, die das Leben nie schreiben würde, weil es ihm peinlich wäre”.

“Schuld an der “kreativen Querschnittslähmung”, so Kalkofe, sei unter anderem der Glaube der Macher an die Quote, bei der es sich ja ohnehin nur um einen Schätzwert handle: “Die, die immer einschalten, weil sie keine Alternative haben, dürfen nicht die Messgrundlage für unsere Fernsehkultur sein.”

Wo er Recht hat, der gute Kalkofe. Andererseits: würde es diesen ganzen TV-Bullshit nicht geben, würde auch er zum guten Teil arbeitslos sein, denn gerade seine “Mattscheibe” lebt ja davon (btw: es gibt bald wieder eine neue Staffel).

“Machen Sie doch endlich wieder ein Programm, das Sie selbst gern sehen wollen!”, rief Kalkofe den Verantwortlichen wie Sat.1-Unterhaltungschefin Edda Kraft, RTL-Fictionchefin Barbara Thielen oder ProSieben-Geschäftsführer Andreas Bartl zu, die die Kritik anschließend bis auf Herrn Bartl entschieden zurückwiesen. Der ProSieben-Chef gestand den Ausführungen von Kalkofes “etwas Wahres” zu.

Gerade letzteres finde ich eindrucksvoll.

Die komplette Rede gibt es übrigens als Audiostream bei DWDL.de – und weil es so schön ist, gibt es hier jetzt noch eine kleine Episode der Mattscheibe


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