Übernahmekandidat Versatel: Gibt es eine Strategie?
28. Januar 2008 um 11:27 | boss | In Unternehmens-News |
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Für gewöhnlich dauert es erst immer einige Zeit im neuen Jahr, bis sich entscheidende Akquiseaktivitäten auf dem IT-Markt ergeben. Dieses Jahr ist allerdings bereits sehr früh Bewegung in den Markt gekommen. Zuerst der 1,2 Milliarden (Peanuts)Deal mit der Übernahmeofferte von Microsoft für FAST. Dann das, wenn auch nicht (noch nicht?) vergleichbare Investment von SAP (und hier dem Venture Capital Bereich) in den Search Anbieter Endeca. Bei beiden Maßnahmen kann man durchaus strategisches Interesse vermuten und damit auch die mittel- bzw. langfristige Integration dieser Maßnahmen in die jeweilige Unternehmensstrategie.
Was allerdings aktuell über den Festnetzanbieter Versatel zu lesen ist, läßt ernsthafte Fragen in Bezug auf das Vorhandensein einer Strategie aufkommen. Nachdem das Unternehmen vom klaren Übernahmekanditat mit Übernahmeangebot von United Internet wieder zum Übernahmekandidaten wurde, nun das:
“Der Festnetzanbieter will sich nach Angaben von Versatel-Chef Peer Knauer nun stärker auf den Cashflow und das Ergebnis ausrichten. Den Kampf um die Kunden wird Versatel nicht aufgeben – wohl aber nicht mehr so stark aus eigenen Mitteln forcieren. Dem Handelsblatt zufolge will Knauer selbst Wettbewerber aufnehmen, auch wenn Versatel selbst als Übernahmekandidat gilt. Mit Übernahmen sollen neue Kunden hinzugekauft werden. Dies könnte für Versatel preiswerter sein, als sich selbst auf Neukundenfang zu begeben.”
Also gut, demnach ist der Zukauf von bereits existierenden Kundenstämmen weniger kostenintensiv als die eigene Akquise. Das deutet aber auch und eher auf strukturelles Kostenproblem bei Versatel hin. Wie dem auch sei, die Frage bleibt, was ist dann noch die mittel- und langfristige Strategie des Unternehmens? Wie fühlen sich die Mitarbeiter und welche Motivation sollen sie noch daraus beziehen? Gleiches gilt für die Kunden. Kann man sich noch auf die Versprechungen der Werbung verlassen?
Ich persönlich halte solche Entwicklungen aus Unternehmenssicht für sehr bedenklich. Alle wirklich kritischen Werte werden damit nachhaltig untergraben und man trägt somit nicht unwesentlich zur “self fulfilling prophecy” bei. Aber evtl. ist das ja gerade auch das Ziel – das Unternehmen “aufblähen” und die Übernahme dadurch nur noch attraktiver machen.
via: Golem.de
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Kann und werde ich mal im Auge behalten – immerhin ist ein Familienmitglied seit längerer Zeit Versatel-Kunde. Nun wollen wir doch mal schauen, ob und wie sich da was verändert…
Kommentar von little.john — 30. Januar 2008 #