Neu: USA Einreiseformalitäten online per ESTA
13. Januar 2009 um 08:05 | boss | In Allgemein |
2 Kommentare
ESTA – Klingt zwar fast wie ein bekannter Mädchenname ist aber weitaus weniger charmant und kennzeichnet das seit dem gestrigen Montag geltende Einreise-Online-Verfahren für die USA. ESTA steht für Electronic System for Travel Authorization und ist der Nachfolger der berühmt berüchtigten (grünen) Karten, die so manchen Geschäftsreisenden auf einem Transatlantikflug zur Verzweiflung gebracht haben. Was wurde da beim Ausfüllen nicht für ein “Wiggel” gemacht. Unbedingt leserlich (hey wir sind Männer – da gibts keine Schönschrift!) schreiben, ja keine Fehler beim Ausfüllen sonst droht (min.) das erneute Ausfüllen oder gar die endgültige Abschiebung durch die US-Einwanderungsbehörde
.
Die Frage ist nun, ist dieses neue Online-System Fluch oder Segen? Sicher ist, dass hier inhaltlich die bisher bereits bekannten z.T. sehr mehrwürdigen Fragen wie z.B. nach “nebenberuflichen” Tätigkeiten wir Spion, Terrorist oder Nazi!? Davon abgesehen lassen sich aber einige nachvollziehbare Vor- und Nachteile erkennen.
- Positiv: planbar, schnell (die Genehmigung soll z.T. in Sekunden erfolgen) und vor allen Dinge, die Angaben für zwei Jahre gültig und können bei einer erneuten Einreise einfach aktualisiert werden
- Negativ: Datenschützer warnen, dass die Daten nicht nur die besagten zwei sondern bis zu 15 Jahre gespeichert werden; zudem frage ich mich, wie z.B. die ältere Zielgruppe, die sich nicht gerade als Silver-Surfer versteht (meine Eltern z.B. besitzen weder Computer noch Internet) damit umgehen (es bleibt zu hoffen, dass die Reisebüros etc. hier Unterstüzung leisten).
Bemerkenswert finde ich auch, dass seitens der US-Behörden offenbar auch eine möglich kostenpflichtige Nutzung dieses Dienstes überdacht wird. Das wäre zweifelsohne der Gipfel der Frechheit – ich meine, wer sich schon einmal der i.d.R. mehr als unfreundlichen und z.T. entwürdigenden Prozedur der Einreise in die USA unterziehen musste (Geschäftsreisende tun dies ja nicht immer freiwillig), kann das sicher nachvollziehen.
via: Golem.de
2 Kommentare »
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Wenn das Problem mit dem generellen Datenschutz nicht wäre, dann wäre diese Lösung sicher ein Vorzeigeprojekt. Aber machen wir uns nichts vor: Die Digitalisierung schreitet weiter voran und es wird nicht allzu lange dauern, bis auch die EU und somit auch Deutschland ein ähnliches Verfahren anbieten werden.
Kommentar von Alper — 13. Januar 2009 #
Also ich hatte nun das Vergnügen das Formular mal in der Praxis auszutesten (morgen gehts nach Vegas). Ganz ehrlich – schnell und einfach. Wenn ich daran denke, was das immer ein Drama war, im Flugzeug, übernächtigt darauf zu achten ja keine Schreibfehler zu machen und das Ding dann nicht nochmal auszufüllen. Da ist dieser Weg doch deutlich bequemer.
Kommentar von boss — 4. Februar 2009 #